Endlich aufhören zu rauchen?

Du willst schon lange mit dem rauchen aufhören und endlich Nichtraucher werden? Fang jetzt damit an :)

neue Wertschätzung

Geschrieben von → Zarafah / veröffentlicht am 19.06.2012

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neue Wertschätzung

nach 10 Monaten Nichtmehrrauchen habe ich das schlimmste wohl hinter mir. Was mich aber noch so ziemlich jeden Morgen rumeiern lässt, ist die Umgewöhnung. Das alte Leben ist mir einfach noch viel zu gegenwärtig: ich spüre noch viel zu genau, wie das "frühere Leben" morgens, gleich nach dem Aufstehen, abging wie eine Rakete bei ein, zwei, drei oft vier fünf Zigaretten nacheinander - das war ein irrer Wachmacher. Ich habe noch kein stabiles Morgenritual gefunden - jetzt eiere ich von einem Zimmer ins nächste und bin auf einer verlorenen Suche: nach etwas, das es nicht mehr gibt. Das ist schon ok. Nur ist mein Leben scheinbar so gewöhnlich geworden, so unspektakulär, so uninteressant. Dieser fantastische Flash im Hirn fehlt mir und soll durch nichts dergleichen ersetzt werden können. Gut, ich mach nun verdammt viel Sport, powere mich aus, jage den Puls in die Höhe und nach dreißig Monaten bin ich so erschöpft, dass ich selig bin, ... gerade so weit wie früher nach der vierten Morgenzigarette. An diesen Tausch mag ich mich halt noch nicht recht gewöhnen. Da ist noch viel gedankliche Arbeit für die Wertschätzung dieser neuen Umstände nötig.

Kommentare

"neue Wertschätzung" wurde 8 mal kommentiert

» Zarafah → 19.06.2012 um 09:03 Uhr

Tippfehler: ähem, ... ersetze dreißig Monate durch dreißig Minuten !!

» Niko → 19.06.2012 um 18:45 Uhr

Hallo Zarafah, wenn ich mich zurückerrinnere denke ich dass es mir zu diesem Zeitpunkt ganz genauso ging. Ich will dir keine Angst machen, musst du schließlich auch nicht haben da du bisher sehr erfolgreich durchgehalten hast, aber bis sich die alltäglichen Rituale verabschieden kann es auch noch etwas dauern. Nach 2-3 Jahren war das einzige Ritual welches mir noch Probleme bereitet hat dass Rauchen wenn man Alkohol trinkt. Und wie du vlt aus meinem Blog weißt, ist es heute immer noch hin und wieder ein Problem. Allerdings ist es ein Problem das man leicht verhindern kann.

Du wirst bald morgens aufstehen und dich z.b. auf einen Kaffee oder Tee und die Zeitung genauso freuen wie früher auf eine Zigarette.

Sport scheint wirklich jedem hier sehr zu helfen. Das Gefühl wenn man sich so richtig ausgepowert hat, man weiß etwas für die Gesundheit zu tun, die Ausdauer immer besser wird, usw. ist nun mal auch einfach großartig.

Und hey, zehn Monate, 10 MONATE!!! Lass dir das mal auf der Zunge zergehen bitte ;)

» Roxy → 19.06.2012 um 19:58 Uhr

Herzlichen Glückwunsch!

Bei mir sind es jetzt auch 10 Monate und bald ein Jahr, ich freue mich :)

» Zarafah → 19.06.2012 um 20:33 Uhr

Hey Niko und Roxy! danke für Eure motivierenden Worte .... und ich werd weiter am Ball bleiben. Logo. Aber wenn mir einer vor zehn Monaten gesagt hätte, wie lange es dauert, bis man echt keine Suchtschmachter mehr hat: puuh, ich weiß nicht, ob ich mir diese Mammutaufgabe zugetraut hätte - nun reib ich mir schon hin und wieder verwundert die Augen und kann es gar nicht fassen, dass ich hoffentlich endgültig die schlimmsten Schmerzen hinter mich gebracht habe. Wow, macht mich das jetzt gerade häppi. Und allen anderen hier im Forum möchte ich dasselbe gigantische Gefühl wünschen, das sich nach Monaten der Gehirnverwirrungen allmählich einstellt! Ganz bestimmt! Die einzige Aufgabe, Tag für Tag, ist lediglich: durchhalten und darauf vertrauen, dass der Körper eine wunderbare Reinigung durchläuft, und das Denken auch mitreinigt und einen wieder ganz normal leben lässt ...

» Johannes → 20.06.2012 um 22:44 Uhr

hallo Zarah!

sosehr ich Deine wortmeldungen schätze, das grad ebenhin war - mit verlaub - verblendete kacke!!! ich darf zitieren/übersetzen:

'morgens, gleich nach dem Aufstehen war ich voll auf turkey und brauchte ein, zwei, drei oft vier fünf Zigaretten nacheinander - einfach nur um halbwegs klar denken zu können. Ich habe noch nicht begriffen, welche freiheit ich nun schon frühmorgens habe - jetzt eiere ich von einem Zimmer ins nächste und bin in meiner neuen freiheit noch recht orientierungslos: frei von fesseln, die es nicht mehr gibt. Das ist voll ok!!! Nur ist mein Leben so frei geworden, so frei von jedem suchtdiktat, so ungewohnt. Dieses wegrauchen von entzugserscheinungen fehlt mir nicht wirklich und soll durch nichts dergleichen ersetzt werden. Gut, ich mach nun verdammt viel Sport, powere mich aus, jage den Puls in die Höhe und nach dreißig minuten bin ich so voller endorphine, dass ich selig bin, ... gerade so weit wie früher nach der vierten Morgenzigarette.'

hey Zara, mit Deiner sehnsucht nach früher bist Du voll am holweg!!! trauerst Du echt dem "angenehmen" gefühl nach, wie Du Deine entzugserscheinungen dämpfst?

mein tipp: sieh den genuß, den Du beim nichtrauchen hast! ich betreibe das nichtrauchen NUR über den genuß (anders würds bei mir gar nicht funktionieren...)

enthaltsamheit ist nur was für katholiken, und die scxheissen seit zweitausend jahren mit schuld, sünde, buße, vergebung usw herum.

ich GENIESSE es nicht zu rauchen und (u.v.a.m.) endlich einmal wahrnehmen zu können, wie gut frauen riechen...

bleibt sauber!

Johannes

» Zarafah → 21.06.2012 um 00:05 Uhr

Da magst Du schon recht haben, und ich stimm Dir voll zu, Johannes: es ist eine schöne Erfahrung frische, unverqualmte Luft einzuatmen, auch ehrlich befreiend und irgendwie zum Bäume ausreißen.
Und trotzdem: unterschätz die Macht der Gewöhnung nicht. Man legt ja nicht nur ein Laster ab, sondern nach dreißig Jahren Raucherei auch einen Teil Identität. Und die dabei entstehende psychische Lücke ist halt doch lange Zeit spürbar - auch wenn es eine feine Sache ist, endlich nicht mehr rauchen zu müssen. Mich stört halt zur Zeit, dass ich noch viel zu oft daran denken muß, ... wie herrlich es ist, in diesem Moment nicht rauchen zu müssen. Der Kick wäre aber bestimmt noch größer, wenn ich tatsächlich eine geraucht hätte - aber dafür hätte ich wohl jetzt schlechte Laune.

» Ig0r → 21.06.2012 um 04:08 Uhr

In dem was Johannes sagt, ist ein wahrer Kern. Wenn man sich klargemacht hat, dass Rauchen in keinerlei Situtation einem auch nur das geringste bringt, ist man frei von jeglicher Sehnsucht. Entspannung ist der größte Bullshit überhaupt. Das ist alles nur Illusion.

Ich bin seit über 7 Monaten rauchfrei und habe praktisch keinerlei Bedürfnisse mehr eine zu rauchen. Denken tue ich an Zigaretten vielleicht ein paar mal in der Woche aber auch nur dann wenn man es mir auf die Nase bindet. Alkohol ist sicher die schwierigste Situation aber auch die ist zu bewältigen solange man sich klargemacht hat, dass man die Scheisse nicht braucht, schließlich zieht man sich auch kein Koks rein auch wenn man sich vermutlich danach gut fühlen würde. Ein größerer Kick als die Kippe wäre das allemal.

Lange Rede kurzer Sinn, wer Sehnsucht nach einer Zigarette hat, hat das Spiel der Sucht nicht verstanden. Ich akzeptiere jedoch natürlich, dass es verschiedene Menschen gibt, die verschieden lange geraucht haben, sodass es Differenzen geben kann. Münden müssen diese jedoch über kurz oder lang in dem oben beschriebnen Resultat.

» Zarafah → 21.06.2012 um 08:19 Uhr

Danke lg0r für Deinen schönen Vergleich mit dem Koks. Anscheinend denke ich immer noch ein bisschen wie ein unverbesserlicher Nikotinjunkie - aber wer meine Blogeinträge hier verfolgt, wird eines Tages feststellen, wie sich auch mein Hirn allmählich lichten wird. Spannend ist meine "Reise" jedenfalls immer noch - auch nach zehn Monaten. Schön, wenn's bei anderen schneller Klick macht ... mir fehlt das Klick! - und der Kick sowieso.